Die Behandlung von Verhaltensstörungen

Die Bach-Blüten helfen einem verhaltensgestörten Tier, auf eine ganz besondere Art und Weise: Die Symptome werden nicht unterdrückt, sondern das ganze Wesen des Tieres sanft harmonisiert. Die Wirkung der Essenzen ist immer nur so intensiv, wie das Tier es vertragen kann; es bestimmt selbst, in welchem Tempo es wieder ins Gleichgewicht kommen muss.

Bei der Bach-Blütentherapie wird davon ausgegangen, dass jedes Lebewesen in sich den Drang zur Weiterentwicklung in Richtung Gesundheit, Lebensfreude und Vitalität trägt. Wird diese Energie durch äussere Umstände oder negative Erbanlagen verformt, kommt es zur Krankheit, und zu Verhaltensstörungen. Bach-Blüten können die Lebenskraft wieder in die Richtung lenken, die für das jeweilige Lebewesen die positivste ist.

Um zu beurteilen, was eine Verhaltensstörung ist, sollte nicht von einer Norm ausgegangen werden, an der alle Tiere einer Art gemessen werden, - und jede Abweichung davon ist dann ein Fehlverhalten -, sondern der einzige Massstab sollte der der Lebensfreude, Ausgeglichenheit und Freiheit von Leiden sein, was wiederum von der Individualität jedes Tieres abhängt.

Ein Beispiel wird das verdeutlichen: Papageien gelten allgemein als relativ lautstarke Tiere. Aber auch unter ihnen gibt es besonders stimmfreudige Exemplare. Einige Papageien geben regelmäßig bei Sonnenauf- und -untergang ein grosses Konzert: Ausdruck der Lebensfreude und des Gefühls für den Rhythmus der Zeit. Auch wenn der Besitzer solcher Papageien sich gestört fühlt, vielleicht sogar Ärger mit den Nachbarn deswegen hat: Es handelt sich nicht um ein gestörtes Verhalten, sondern um einen Aspekt der Papageienhaltung, der vor der Anschaffung bedacht werden muss. Aber unter den Papageien gibt es auch die sogenannten Schreier: Meist sind das Tiere in Einzelhaltung, die gelernt haben, dass langandauerndes Schreien mit voller Kraft ihnen ein wenig Erleichterung in ihrer Einsamkeit und Frustration verschafft; das neurotische Schreien kann ebenso wie das Federrupfen, Suchtcharakter annehmen. Daher sind notorische Schreier nicht automatisch ruhig, wenn sie einen Artgenossen bekommen. Diese Art der Lautäusserung ist eine schwere Verhaltensstörung und kann von einer sorgfältig zusammengestellten Bach-Blütenmischung heilsam beeinflusst werden.

 

Ängste

Agrimony für zurückhaltende Tiere, die sehr schüchtern sind und nur schwer Vertrauen fassen.

Aspen für Tiere mit einem allgemein ängstlichen Naturell, meist von Geburt an, das aber auch im Lauf der Zeit entstanden und immer schlimmer geworden sein kann.

Mimulus für Tiere, die vor bestimmten Gegenständen, Situationen oder Menschen in Angst geraten.

Rock Rose für Tiere, die vor Angst in Panik oder Schock geraten.

Sweet Chestnut für Tiere die so viel durchlitten haben, dass sie nicht mehr ansprechbar sind, sondern in einem permanenten Zustand schrecklicher Angst leben.

Wild Rose, wenn die Angst in eine Hoffnungslosigkeit übergegangen ist, wenn der Lebenswille erloschen scheint, das Tier sich nicht einmal mehr zur Wehr setzt.

 

Apathie

Apathie kann verschiedene Ursachen haben.

Wild Rose, wenn die Ursache so lange erlittene Angst ist, dass der Lebenswille erschöpft scheint.

Star of Bethlehem, wenn die Apathie auf einen schweren Schockzustand folgt, zur Kreislaufunterstützung; auch nach schweren Verletzungen.

Clematis, wenn man den Eindruck hat, ein Tier sei nicht ganz bei sich. Auch für Tiere, die den ganzen Tag dösen und denen es an Vitalität und Lebensfreude fehlt.

Gorse für Tiere, die einen wichtigen Lebensinhalt verloren haben oder keiner angemessenen Betätigung nachgehen können und daher kein großes Interesse an ihrem Leben bringen.

Olive für Tiere, die während oder nach einer schweren körperlichen Krankheit so viel Kraft aufbieten müssen, dass sie einen total erschöpften Eindruck machen.

Honeysuckle für Tiere, die sich in einer neuen Umgebung nicht einleben und der Vergangenheit nachtrauern.

Hornbeam gibt alternden und greisen Tieren oft neue Frische und Kraft.

 

Bösartigkeit

Beech, wenn ein Tier sehr intolerant ist und alle zwingen will, sich seinem Willen zu beugen.

Holly, wenn Anfälle von Angriffslust und Aggressionen ganz plötzlich und sehr heftig einsetzen, mit ersichtlicher Ursache oder aus heiterem Himmel. Versuchsweise bei der Cocker-Wut.

Vervain für Tiere, die immer den Anführer mimen müssen und alle bestrafen, die sich ihnen widersetzen.

Water Violet für die "Unnahbaren", die heftig alle verscheuchen, die es wagen, ihnen zu nahe zu kommen. Das sogenannte Angstbeissen bei Hunden ist eine Verhaltensstörung, die auf einem grundlegenden Mangel an Selbstsicherheit beruht. Ein relativ unausgeglichenes Wesen, eine niedrige Reizschwelle und eine Portion Aggressivität ist ebenfalls im Wesen des Hundes verankert. Diese Mischung an Eigenheiten führt dazu, dass ein so gearteter Hund sich aggressiv gegen Menschen und Artgenossen verhält, weil er Angst hat, von diesen angegriffen zu werden und sich dann wehren zu müssen. Er greift lieber selbst an, vorsorglich, in der Hoffnung, den "Feind" damit in die Flucht schlagen zu können, und um nicht in die Defensive zu geraten. Dieses Verhalten kann nicht nur ausgesprochen gefährlich für die Umwelt werden, sondern ein solcher Hund leidet ja auch ständig unter den eingebildeten Gefahren; ausserdem zeigt das Angstbeißen eine Tendenz, sich ständig zu verschlimmern.

Rechtzeitig begonnen, kann folgende Kombination diese Veranlagung allmählich in ein ausgeglichenes Wesen verwandeln:

Holly, Impatiens, White Chestnut und Cerato

 

Depressionen

Walnut für Tiere, die Schwierigkeiten haben, eine neue Umgebung zu akzeptieren, die um Verlorenes trauern; sinnvoll von Honeysuckle ergänzt.

Elm für ansonsten recht ausgeglichene und vitale Tiere, die ein momentanes Stimmungstief durchmachen; auch, um zu verhindern, dass diese niedergedrückte Stimmung sich festsetzen kann.

Mustard, wenn ein Tier ohne äusseren ersichtlichen Grund die Lebensfreude verliert und einen völlig niedergeschlagenen Eindruck macht. Manchmal ist dann eine Infektionskrankheit im Entstehen, manchmal kommt ein Wetterumschwung; auf jeden Fall macht das Tier den Eindruck, dass es sich absolut nicht wohlfühlt. Ist nach 2 bis 3 Tagen nach Beginn der Behandlung mit Mustard dieser Zustand nicht überwunden, sollte ein Tierarzt / Tierheilpraktiker aufgesucht werden, um sicherzustellen, dass nicht eine ernste organische Ursache (z. B. Darmverschluss durch einen verschluckten Fremdkörper) der Grund ist.

Pine für Tiere, die so wenig Selbstvertrauen haben und so stark beeindruckbar sind, dass sie schon von einem scharfen Blick oder einigen Worten mit erhobener Stimme ganz niedergedrückt sind, sich zurückziehen und stundenlang verschwunden bleiben. 

Willow, wenn das Tier dann nicht ängstlich und traurig ist (also nach einer Strafpredigt), sondern regelrecht schmollt und übelnimmt.

 

Eifersucht

Eifersucht hat als Ursache eine sehr tiefgehende Angst vor dem Verlust eines Menschen und seiner Zuneigung, zusammen mit einem ausgeprägten Trieb, immer im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Daher spricht ein eifersüchtiges Tier gut an auf eine Behandlung mit einer Kombination aus:

Holly, Mimulus und Heather

 

Eigensinn

Tatsächlich gibt es Tiere, die sich durch eine erstaunliche Sturheit auszeichnen. Ein solcher Hund widersetzt sich allem, auch profimässig durchgeführten Erziehungsversuchen (und sei es auch nur in bestimmten Punkten). Eine solche Katze besteht auf bestimmten Privilegien und macht ihrem Besitzer das Leben zur Hölle, wenn sie nicht bekommt, was sie will. In manchen Fällen ist auch die Intelligenz nicht ausreichend entwickelt, so dass das Tier einfach keinen Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und einer Bestrafung sehen kann.

Trifft das zu, ist White Chestnut angebracht.

Clematis macht ein Tier interessiert und zugänglich.

Oak bringt den verbissenen Willen ins Gleichgewicht.

Vine hilft dem Tier, sich auf die Bedürfnisse der anderen Lebewesen in seiner Umgebung einstellen zu können und nicht ausschließlich sich selbst zu beachten.

White Chestnut schließlich hilft, die eingefahrenen Verhaltensweisen wieder flexibel und einer Änderung zugänglich zu machen. 

Impatiens ist sinnvoll, wenn ein Tier so hektisch und unter Hochspannung ist, dass es einfach nicht die Ruhe findet, seinem Besitzer Beachtung zu schenken, wenn er etwas von ihm will.

Chestnut Bud erhöht die Konzentrationsfähigkeit.

 

Einzelgängertum

Tiere, die von ihrer natürlichen Veranlagung her sozial leben, wie etwa Papageien oder Wellensittiche, wobei das Zusammenleben von bestimmten Verhaltensweisen geregelt wird, können sehr leiden, wenn sie einzeln gehalten werden und der Mensch, zum Beispiel aus zeitlichen Gründen, keinen annehmbaren Ersatz für das Tier bilden kann. Aber es gibt auch Tiere, die eigentlich sozial leben sollten, aber nicht fähig sind, Kontakt mit anderen Lebewesen aufzunehmen. Solche Tiere leiden unter der selbstauferlegten Isolation, können aber aus eigener Kraft die Distanz zu anderen nicht überwinden. 

Ihnen hilft Water Violet.

Da meist auch tiefe, aber unbewusste Ängste mit im Spiel sind, sollte auch Aspen gegeben werden.

Larch stärkt das Selbstvertrauen, so dass das Tier befähigt wird, wohlwollend mit anderen umzugehen.

 

Futterneid

Tiere, die ausgesprochen futterneidisch sind oder ihr Futter übertrieben verteidigen, können, beispielsweise in einer Familie mit Kindern, zu einer untragbaren Gefahr werden; auch wenn man natürlich grundsätzlich ein Tier in Ruhe störungsfrei fressen lassen sollte. Aber auch, wenn mehrere Tiere einer Art gehalten werden und es ständig zu Streitereien ums Futter kommt, ist das für alle Beteiligten unangenehm. Manchmal entwickelt sich diese Futtergier, wenn Tier als Junges nur mangelhaft ernährt wurde oder sich sein Futter mit List oder Gewalt verschaffen musste und trotzdem nicht genug bekam. Dann ist die eigentliche Ursache die tiefe Angst vor dem Verhungern, die so festsitzt, dass sie auch dann fortbesteht, wenn ständig genug Nahrung vorhanden ist.

Dann sollte eine Therapie mit Mimulus und Aspen durchgeführt werden.

Dient die übertriebene Futtergier oder der Futterneid dazu, Frustrationen auf anderen Gebieten auszudrücken, zum Beispiel Mangel an sinnvoller Beschäftigung, dann müsste natürlich erst die Ursache, soweit möglich, abgestellt werden. Aber es gibt auch zwanghaftes Fressen, das Suchtcharakter angenommen hat und auch bleibt, wenn der Grund dafür nicht mehr vorhanden ist.

Dann hilft: White Chestnut gegen die Zwanghaftigkeit.

Holly gegen die aggressiven Tendenzen.

Oak gegen den übersteigerten Willen.

Cherry Plum gegen die Verzweiflung, die sich in diesem Verhalten ausdrückt.

 

Heimweh

Das Heimweh als Verhaltensstörung ist schon einige Male erwähnt worden, und das mit gutem Grund: Für unsere Haustiere gibt es, anders als für uns Menschen, so gut wie keine Selbstbestimmung, was ihren Aufenthaltsort und ihre Umwelt betrifft. Sie müssen die Umstände annehmen, wie sie kommen, sie werden aus ihrer Heimat herausgerissen und in eine völlig fremde Welt gesetzt, von der Willkür ihrer Besitzer bestimmt. Einem Tier kann man aber nicht erklären, warum man sich von ihm trennen muss, oder dass sein Besitzer gestorben ist. Es muss sich fügen und leidet unter Umständen unter schweren Ängsten, Verzweiflung, Trauer, Heimweh, Verlust. Jeder Tierfreund sollte sich diese Tatsachen deutlich vor Augen führen, noch bevor er ein Tier zu sich nimmt. Er sollte so verantwortungsvoll sein, es nur dann bei sich aufzunehmen, wenn er nach gründlicher Prüfung der Umstände mit gutem Gewissen davon ausgehen kann, das Tier auch behalten - und gut halten! - zu können, solange es lebt.

Cherry Plum hilft dem Tier, das "wahnsinnig vor Angst" wirkt, das möglicherweise während des Transports Schreckliches mitgemacht hat und völlig verstört bei seinem neuen Besitzer ankommt.

Clematis dient dazu, das Tier aufgeschlossen für seine neue Umgebung zu machen und es für den neuen Menschen zu interessieren, so dass das Zurückgelassene relativ schnell verblasst und an Bedeutung verliert.

Honeysuckle hilft bei der Überwindung des Heimwehs, der Trauer um das, was unwiderruflich Vergangenheit ist.

Hornbeam schenkt die Kraft, die das Umgewöhnen erfordert.

Scleranthus unterstützt die Entscheidung, sich auf das Neue einzulassen.

Walnut hilft beim Übergang.

Willow dient dazu, einer vielleicht möglichen Verbitterung vorzubeugen.

Ein mitfühlender Tierhalter, besonders ein Tierzüchter, kann auch vorbeugend seinem Tier helfen, sich besser in der neuen Umgebung einzuleben. Er gibt einige Tage lang Notfalltropfen und Walnut, was in der neuen Umgebung noch für einige Tage weitergeführt wird.

 

Launen

Launenhaftigkeit erschwert oft das Zusammenleben von Tier und Mensch. Ein Tier, das unberechenbar ist oder dessen Stimmung ständig umschlägt, ist kaum einzuschätzen oder Zufriedenzustellen. Auch Tiere, die übertrieben wählerisch und nörgelig mit ihrem Futter sind, können zur rechten Plage werden - auch ist es ärgerlich, wenn jeden Tag gutes Futter in den Mülleimer wandert. In diesem Fall sollte zunächst abgeklärt werden, ob es um eine organisch bedingte Appetitstörung handelt. In dem Fall muss diese natürlich vorrangig behandelt werden. Ansonsten empfiehlt sich:

Scleranthus gegen die Unentschiedenheit.

Wild Oat, wenn zuviel Tatendrang keine rechte Linie findet und das Tier permanent unzufrieden macht.

Impatiens, wenn das Tier sprunghaft seine Stimmung ändert und sich durch ständige Übererregung selbst unter Stress stellt. 

Hornbeam zur Stärkung der Lebensfreude und gegen ständige Unzufriedenheit.

 

Misstrauen

Tiere, die mit einem ausgesprochen misstrauischen Naturell geboren werden, gibt es ebenso wie Tiere, die nach einer oder mehreren schlechten Erfahrungen alle Zutraulichkeit verloren haben. Da Ängste eine ebenso große Rolle spielen wie Aggressionen und Verbitterung, ist die passende Zusammenstellung:

Holly, Mimulus und Willow.

Im Lauf der Therapie mit dieser Kombination gewinnt ein Tier wieder Zutrauen und Gelassenheit, wird aber auch so stabilisiert, dass eine neuerliche schlechte Erfahrung es nicht so stark beeindrucken kann, dass es wieder zu einem Rückfall kommt. 

 

Nervosität

Ein Tier, das unter Nervosität leidet, ist sich selbst eine ebenso grosse Last wie seinen Besitzern. Es sollte durch den Tierarzt / Tierheilpraktiker vorab geklärt werden, ob eine organische Ursache vorliegt, zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion. Diese sollte natürlich vorrangig behandelt werden. Solche eindeutigen Ursachen sind aber relativ selten. Viel häufiger sind schlechte Erfahrungen in der Jugendzeit eines Tieres oder eine entsprechende erbliche Veranlagung der Grund für krankhaft nervöses Verhalten.

Als Basismittel wird natürlich Impatiens eingesetzt. Je nach der in Frage kommenden Ursache sind als Ergänzungsmittel sinnvoll: 

Aspen und Mimulus, wenn tiefgehende Ängste im Spiel sind.

Holly, wenn die Nervosität aggressive Züge aufweist.

Heather, wenn die Nervosität vor allem auftritt, wenn dem Tier Aufmerksamkeit verweigert wird.

Crab Apple, wenn das Tier generell zu empfindlich gegen jeden äusseren Einfluss ist.

Scleranthus kommt in Frage, wenn die Unentschiedenheit im Vordergrund steht, es wird sehr gut von Wild Oat ergänzt. 

 

Reizbarkeit

Reizbarkeit ist die übertriebene, aggressive Reaktion auf einen äusseren Reiz. Im Gegensatz zur Bösartigkeit, die auch "aus heiterem Himmel" auftreten kann, lässt sich ein reizbares Tier recht gut einschätzen. Dennoch sind diese Tiere gerade in Familien mit Kindern eine Gefahr, da ihnen nur schwer begreiflich zu machen ist, dass sie auch dann von einem Tier angegriffen werden könnten, wenn sie es doch nur gut meinten, beispielsweise eine Katze streicheln wollen, die gerade ihre Ruhe haben möchte, oder einem fressenden Hund noch einen Brocken in die Futterschüssel geben möchten.

Ein wichtiges Ziel in der Haustierzucht sollte daher eine möglichst hohe Reizschwelle sein, also eine besonders ausgeprägte Geduld, Langmut und Gutmütigkeit.

Reizbare Tiere haben einen eher instabilen Charakter. Oft spielen Ängste und frühere schlechte Erfahrungen eine Rolle, aber auch Ranggelüste können dazu beitragen: Ein Hund, der das starke Bedürfnis hat, den Rudelführer zu spielen, aber bei den Erwachsenen der Familie nicht damit durchkommt, könnte jede Gelegenheit nutzen, um wenigstens den Kindern zu zeigen, dass er über ihnen steht.

Die angebrachten Essenzen:

Holly gegen Aggressionen.

Vine gegen Machtgelüste.

Water Violet gegen fehlendes soziales Anpassungsvermögen.

Willow bei Verbitterung.

Impatiens zur Stabilisierung, sowie Aspen und Mimulus wenn Angstkomponenten klar erkennbar sind.

 

Schreckhaftigkeit

Ein schreckhaftes Tier ist mit einem generell nervösen vergleichbar. Aber das schreckhafte Tier kann durchaus recht friedlich und ausgeglichen sein. Nur auf plötzliche Geräusche, Schatten oder sonst ein unvorhersehbares Geschehen reagiert es mit übertriebener Angst, bei manchen Vögeln und Nagern kann das Erschrecken sogar bis zum Schock und plötzlichen Tod führen. 

Als Basismittel dagegen sind die Notfalltropfen geeignet. Sie sollten für zunächst 2 Wochen 3mal täglich in einer Menge von ca. 5 Tropfen gegeben werden.

Als Ergänzungsmittel kommen in Betracht:

Chestnut Bud gegen die Tendenz, Erfahrungen nicht auswerten zu können (harmlose Geräusche werden vom Tier immer wieder als gefährlich eingeordnet, obwohl es längst gelernt haben müsste, dass ihm durch das Geräusch nichts Schlimmes geschieht). 

Beech erhöht die Anpassungsfähigkeit.

 

Selbstverstümmelung

Diese schwere Verhaltensstörung ist eins der traurigsten Themen in der Haustierhaltung. In kaum einer anderen Situation fühlt sich der Tierhalter so hilflos, wenn sein geliebtes, seiner Meinung nach gut versorgtes Tier damit beginnt, sich selbst zu verstümmeln. Leider sind solche Fälle von neurotischen Tieren heutzutage nicht mehr selten; ihre Zahl scheint sogar im Zunehmen begriffen zu sein. Mehrere Faktoren kommen als Ursache für diese Zunahme in Frage:

Die Tierarten, die dazu neigen, werden rein zahlenmäßig häufiger als früher gehalten, beispielsweise die Grosspapageien. Die Zahl der Allergien, die oft lange unerkannt bleiben und mit starkem Hautjucken einhergehen, wächst unter den Haustieren genauso stark an wie unter den Menschen; bedingt durch die zunehmende Umweltvergiftung, der zunehmenden Berührung mit Schadstoffen (aus der Nahrung, der Luft und so weiter).

Die heutzutage übliche Zentralheizung im Winter wird von sehr vielen Tieren gar nicht gut vertragen, durch die zu trockene Luft werden die Schleimhäute der Atemwege geschädigt, manchmal auch die Augen und die Haut. Der ständige Juckreiz kann das Tier stark unter Stress setzen und zur Selbstverstümmelung führen. Leider liegt in diesem Verhalten eine ausgeprägte Suchttendenz, was bedeutet, dass es sehr schwer werden kann, ein Tier zu heilen, das sich dieses Verhalten schon vor längerer Zeit angewöhnt hat.

Wenn eine selbstverstümmelnde Handlung an einem Tier beobachtet wird, sollte man sofort ernsthaft die Haltungsbedingungen, Tageslicht, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Auslauf, Futter und Pflege überprüfen.

Ein typisches Beispiel für Selbstverstümmelung infolge mangelhafter Pflege: Ein Hund, der im Winter durch Strassen geführt wird, die mit Streusalz versehen sind. Dieses Salz verursacht Juckreiz, was den Hund dazu bringt, sich die Pfoten zu lecken. Durch ständiges Lecken quillt aber die Ballenhaut auf und wird weicher. Beim nächsten Gang durch das Salz setzt es sich vielleicht in eine winzige Schrunde, der Hund leckt und macht die Geschichte noch schlimmer. Wenn der Hundehalter nicht bald die Zusammenhänge kennt, kann dieses Verhalten bis zu offenen, entzündeten Pfotenballen führen, deren Behandlung recht langwierig sein wird. Aber nicht nur das: Es kann leicht sein, dass der Hund das angewöhnte Leckverhalten als Übersprunghandlung führt, wenn er beispielsweise gescholten wird und sich verlegen fühlt. Durch das Lecken an der entzündeten Ballen kann er sich abreagieren. Sehr schnell hat der Hund gelernt, sein selbstschädigendes Verhalten als Trost einzusetzen und die Suchttendenz ist unverkennbar da.

Allgemein bekanntes selbstverstümmelndes Verhalten ist auch das Federrupfen und Federfressen bei den grossen Papageien. Als Sofortmassnahme hat sich das Einstellen eines Nistkastens in der richtigen Größe in den Käfig / in die Voliere bewährt. Ausserdem muss sofort alles vom Futter ferngehalten werden, was Kochsalz enthält: Die Papageienniere verträgt Salz überhaupt nicht, es wirkt giftig, der Stoffwechsel kann so in Mitleidenschaft gezogen werden, dass ein furchtbarer Juckreiz grosse Teile der Haut befällt, was natürlich das Rupfen fördert. Es sollte ein grösserer Eiweissanteil als bisher gegeben werden: hartgekochtes Ei, Quark oder Sauerrahm mit (gutem) Honig, gekeimte Linsen, ab und zu gekochtes (ungesalzenes) Hühnerfleisch.

Bei Rennmäusen beobachtet man ab und zu die Gewohnheit, sich Stücke vom Schwanz abzubeissen. Meist rührt das daher, dass der Käfig zu feucht und kühl ist, was der empfindliche Schwanz nicht verträgt. Er kann sich entzünden und sogar abfaulen. Das verursacht schweren Juckreiz und schlimme Schmerzen, und das Tier wird dadurch zu diesem Verhalten getrieben.

Bei selbstverstümmelnden Handlungen von Tieren ist also, wie wir gesehen haben, die Überprüfung der Haltungsbedingungen die erste und wichtigste Massnahme. Erst wenn geklärt ist, dass die Haltung in Ordnung ist, sollte an eine Therapie gedacht werden.

Vorsichtshalber sollte eine Dauertherapie durchgeführt werden:

White Chestnut und Chestnut Bud gegen den Suchtcharakter.

Holly gegen die aggressiven Aspekte.

Notfalltropfen zur Verstärkung des Gesundungswillen und zur Auflösung des ursächlichen Schocks.

Crab Apple, wenn die Ursache in schädlichen äusseren Substanzen liegt (also auch alle Allergien, falsches Futter und so weiter). 

Mustard hilft bei der Stabilisierung der Stimmung.

Heather für Tiere, die das selbstverstümmelnde Verhalten einsetzen, weil sie gelernt haben, dass ihnen dadurch Aufmerksamkeit zuteil wird.

 

Streitsucht

Unter Streitsucht eines Tieres verstehen wir, dass ein Tier ausserstande ist, regelmässige oder längerdauernde friedliche Kontakte mit Artgenossen, bekannten oder fremden, zu haben. Als Ursachen dafür kommen in Betracht:

Übersteigerter Geltungsdrang, übersteigerter Beschützerwille, Intoleranz, grundsätzlich vorhandene stark ausgeprägte Aggression und schließlich der Trieb, in der sozialen Rangordnung aufzusteigen, was man vermenschlichend als "Machtgelüste" bezeichnen könnte. Sehr oft handelt es sich um ein Verhalten, das nach der Geschlechtsreife auftritt, und als natürlich anzusehen ist und mit dem wir schon vor der Anschaffung eines Tieres dieser oder jener Art rechnen sollten - und daher das Tier nur anschaffen, wenn wir bereit sind, dieses Verhalten zu akzeptieren. Die Bach-Blüten können dabei helfen, eine Übersteigerung dieses Verhaltens auf ein gesundes Mass zu reduzieren, aber sie können es nicht ganz ausschalten. Jede Tierart hat hier ihre ganz individuellen Eigenheiten und Probleme:

Hunderüden werden sehr oft unverträglich gegenüber anderen erwachsenen Hunderüden.

Katzen, die lange "Einzelkind" in einer Familie waren, können es oft überhaupt nicht ertragen, wenn sie sich plötzlich mit einer zweiten Katze konfrontiert sehen, die auch noch bleiben soll!

Hamster sind von Natur aus Einzelgänger, man sollte sie nicht mit Gewalt in Gruppentiere verwandeln wollen.

Ratten und Mäuse bilden streng geordnete Rudel; Fremdlinge werden manchmal umgebracht.

Kaninchenböcke vertragen sich selten miteinander, ebenso männliche Meerschweinchen.

Bei einander fremden Grosspapageien kann es zu einer spontanen Abneigung gegen den anderen kommen, aber auch ein Paar, das brutwillig wird, will sich absondern und beginnt, ein Revier zu verteidigen. Kann der Besitzer nicht rechtzeitig eingreifen und das Paar gesondert halten, kommt es unter Umständen zu einer gräulichen Schlacht, bei der es Verletzte und Tote in der Papageiengruppe geben kann. In freier Natur wäre genügend Platz, und die anderen Papageien könnten den Revieranspruch des Paares respektieren, indem sie die Gegend meiden, aber in Volierenhaltung ist ihnen das nicht möglich. "Schuld" ist also nicht ein besonders niederträchtiger Charakter der Vögel, sondern die unnatürlichen Haltungsbedingungen in Gefangenschaft.

Und schliesslich kann es in jeder sozialen Struktur, bei jeder Tierart vorkommen, dass ein kleines, beeinträchtigtes oder sonst aus dem Rahmen fallendes Tier zum "Prügelknabe" wird. Alle anderen können an diesem Mitglied ihre Wut ihre Frustrationen ablassen, ohne Gegenwehr befürchte müssen. In freier Natur würde ein solches Tier ausweichen können, eventuell würde es abwandern. So aber hat es schweres Schicksal.

Wie bei der Selbstverstümmelung, ist also auch bei der Streitsucht die Überprüfung der Haltungsbedingungen der erste Behandlungsschritt, die Therapie mit Bach-Blüten folgt erst, wenn die Haltungsbedingungen so optimal wie möglich gestaltet worden sind.

Holly ist auch hier das Mittel gegen die aggressiven Aspekte.

Vine bei übersteigertem Geltungsdrang.

Water Violet bei Absonderung, Einzelgängertum und Kontaktunfähigkeit.

Sweet Chestnut für die "Opfer", die immer Unterlegenen, zur Stärkung des Selbstbehauptungswillens.

Heather für die Tiere, die es nicht ertragen können, einmal nicht im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen und gelernt haben, dass sie Aufmerksamkeit erhalten, wenn sie einen Streit beginnen.

 

Streunen

Dieses Problem ist weitgehend auf Hunde und in geringem Mass auch auf Katzen beschränkt.

Ein notorischer Streuner kann verschiedene Gründe für sein Verhalten haben: Übersteigerter Trieb zur Revierbildung und -überwachung bei einem Hunderüden. Übersteigerter Geschlechtstrieb, obwohl diese Formulierung das Problem nicht ganz treffend beschreibt: Ein Hunderüde, der "in jedem Dorf eine Hündin hat", leidet unter einer Instinktabweichung, denn Hunderüden sind eigentlich monogam. Heutzutage trifft man aber nur noch wenige Hunde, die in dieser Beziehung vollkommen instinktsicher sind. Dazu trägt neben der Art, wie Hundezucht betrieben wird, auch die Haltung bei: Ein Hund in Einzelhaltung, zumal ein Rüde, kann innerhalb seines "Menschenrudels" seine sozialen Bedürfnisse nicht ausleben. Eine Art Ersatzbefriedigung kann er darin finden, dass er der Reihe nach alle Hündinnen im weiten Umkreis besucht und "belauert". Eine weitere Ursache für Streunen ist Langeweile; der Hund geht schlicht spazieren, um sich Beschäftigung zu verschaffen. Nicht selten kommen aber alle drei Ursachen zusammen.

Bei Katzen hängt das Streunen meist mit dem Geschlechtsverhalten zusammen: Eine Katze, die rollig wird, sucht draussen einen Kater und bleibt unter Umständen tagelang fort. Ein Kater hat neben der Suche nach weiblichen Katzen noch mit Rivalenkämpfen zu tun und kehrt oft mit Verletzungen von den Raufereien heim. Mit rechtzeitiger Kastration von Katze und Kater lässt sich dieses Verhalten vermeiden. Erfolgt die Kastration erst, nachdem sich ein gewohnheitsmässiges Streunen entwickelt hat, kann es vorkommen, dass es trotz der Kastration beibehalten wird.

Bei Hunden und Katzen, die sich das Streunen zur Angewohnheit gemacht haben, müssen also auch erst die Ursachen erkannt und nach Möglichkeit abgeschafft werden. Bei der Gewöhnung des Tieres an die neuen Lebensumstände hilft:

Walnut für die Übergangsphase.

White Chestnut um sich auf das Neue einlassen zu können.

Oak damit das Tier nicht "um jeden Preis" versucht, seinen Gewohnheiten nachzugehen.

 

Stubenunsauberkeit

Die Wohnräume zu verschmutzen, ist bei manchen Tierarten als Verhaltensstörung anzusehen, bei anderen Tierarten muss diese Eigenschaft akzeptiert werden, und der Tierhalter muss sich damit begnügen, Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen, damit sich die Verschmutzung in Grenzen hält. Von Tieren, die auch unter natürlichen Bedingungen die Eigenschaft besitzen, ihren Wohnbereich sauber zu halten, kann Stubenreinheit auch nicht in Gefangenschaft erwartet werden.

Hunde, Katzen, Hamster und Kaninchen können grundsätzlich zur Stubenreinheit erzogen werden. Schwieriger ist das bei Ratten und Mäusen, weil diese nicht nur ihre Wege, sondern auch ihr eigentliches Heim mit Urin markieren. Deshalb ist es zwar unangenehm für den Tierhalter, aber natürlich für das Tier, wenn es seinem Besitzer auf die Schulter uriniert, besonders gern dann, wenn dieser Mensch ganz frisch gewaschene Kleidung trägt und nicht genügend "nach sich selbst riecht".

Die meisten Vogelarten, die als Stubenvögel gehalten werden, kommen in freier Natur überhaupt nicht mit ihrem Kot in Berührung, weil alle Ausscheidungen zu Boden fallen und das Tier sehr oft den Standort wechselt. Bei dieser Lebensweise mussten die Vögel kein Sauberkeitsverhalten entwickeln. Es ist daher fast unmöglich, einen Wellensittich oder Kanarienvogel dazu zu bringen, dass er seinen Käfig aufsucht, bevor er seinen Klacks fallen lässt. Allerdings kann man im Zimmer, wenn die Vögel regelmässig Freiflug bekommen, die Lieblingssitzplätze so ausstatten, dass der Schmutz auf Zeitungen fällt. Übrigens sagt eine alte Gärtnerweisheit, dass alle Ausscheidungen von "fliegenden Tieren" ganz besonders wertvollen Dünger ergeben.

Hamster und Kaninchen haben in freier Natur ihre Toiletten, die sie regelmäßig neu anlegen. Was den Kot betrifft, kann man diese Tierarten also gut zur Stubenreinheit erziehen. Mit dem Urin ist es aber meist etwas schwieriger.

Hunde und Katzen benutzen ihre Ausscheidungen als geruchliche Signale, zur Revierkennzeichnung, aber auch, um anderen, nicht gegenwärtigen Artgenossen ihren eigenen Rang klarzumachen. Mit diesen Funktionen, die Kot und Urin erfüllen, ist es kein Wunder, wenn sie von den Tieren auch benutzt werden, um zum Beispiel Protest auszudrücken.

Ein gesundes, ausgeglichenes Tier, das unter artgerechten Bedingungen lebt, wird also bestrebt sein, die Wohnung, die es als innersten Heimbezirk ansieht, Sauberzuhalten.

Ist ein Hund oder eine Katze von Jugend an stubenunrein, dann könnte eine Instinktlücke vorliegen. In diesem Fall könnte eine Basistherapie mit Elm erfolgversprechend sein. Diese Blüte hat die Fähigkeit, ursprüngliche Ziele wieder in Erinnerung zu rufen. Ergänzt werden kann sie mit Crab Apple und Pine.

War ein Tier eine gewisse Zeit lang sauber und fängt plötzlich oder allmählich an, die Wohnung zu verschmutzen, sollte nach der möglichen Ursache geforscht werden:

Heather bei Tieren, die sich vernachlässigt fühlen und lieber Schelte riskieren, als gar nicht beachtet zu werden.

Beech für Tiere, die eine (vielleicht nur geringfügige) Änderung in ihrer Umwelt nicht tolerieren wollen.

Chestnut Bud und Clematis für Tiere, die einen "vergesslichen" Eindruck machen, die sich scheinbar nicht darauf konzentrieren können, rechtzeitig die Katzentoilette aufzusuchen oder bei Hunden, sich bemerkbar zu machen.

Vine für Tiere, die mit ihrem Verhalten etwas erzwingen wollen.

Mimulus und Hornbeam für junge Hunde, die den Urin vor Freude und Überschwang laufen lassen, wenn sie jemanden begrüssen. Hier ist das Bestreben mit im Spiel, dem Menschen oder einem anderen Hund zu signalisieren, dass dieses Tier jung und harmlos ist und um Schonung bittet.

 

Stupidität

Tiere, die unter sehr schlechten Bedingungen aufwachsen, können ihre Persönlichkeit, ihren Charakter, nicht richtig entfalten. Sie machen einen zurückgebliebenen Eindruck. Besonders sozial veranlagten Tiere, wie Hunde und Katzen, zeigen schwere Verhaltensstörungen, wenn sie in der Jugendzeit nicht die nötige Zuwendung und Förderung von Artgenossen oder dem Menschen erfahren haben. Hier ist eine sorgfältig zusammengestellte, langfristig durchgeführte Bach-Blütentherapie sinnvoll, wenn gleichzeitig auch das Umfeld des Tieres so gestaltet wird, dass es gefördert werden kann.

Ein Hund, der beispielsweise eine heillose Angst vor allen anderen Artgenossen hat, weil er sie in den ersten Monaten seines Lebens nicht kennenlernen konnte, sondern in Isolation gehalten wurde, sollte - trotz seiner Angst - regelmässig mit anderen Hunden konfrontiert werden. Dabei muss es sich natürlich um sehr gutmütige, absolut zuverlässige Hunde handeln, damit die Furcht des gestörten Tieres nicht noch Bestätigung findet.

Aspen und Mimulus werden bei schweren Ängsten gegeben.

Cerato fördert das Selbstvertrauen.

Elm, die Rückbesinnung auf angeborene Fähigkeiten.

Gentian hilft dabei, nicht zu schnell aufzugeben und sich auf neue Erfahrungen einzulassen, auch wenn sie angsteinflössend sind. 

Eine Therapie mit Notfalltropfen für 1 - 2 Wochen gegeben, stabilisieren die Persönlichkeit.

Wild Rose gibt neuen Antrieb und ermöglicht es, Freude über neue Erfahrungen zu empfinden.

Scleranthus schließlich ermöglicht eine Entwicklung der Entschlussfreudigkeit.

 

Trägheit

Ein auffallend träges Verhalten kann verschiedene Ursachen haben: Ein falsch ernährtes Tier kann sehr fett und bewegungsunlustig werden. Wenn eine Erkrankung im Entstehen ist, macht das betreffende Tier einen matten Eindruck. Tiere, die unter Bedingungen gehalten werden, die ihren Bedürfnissen nicht gerecht werden, stumpfen mit der Zeit ab und werden interesselos. Schließlich kann auch der Alterungsprozess eine Rolle spielen, wenn ein sonst munteres Tier immer träger wird. Je nach der in Frage kommenden Ursache sollten die Massnahmen getroffen werden:

Bei einem übergewichtigen Tier ist die Futterumstellung zuerst nötig. Wenn sich eine Krankheit ankündigt, kann schon bei dem ersten Anzeichen, nämlich der auffälligen Mattigkeit und dem Bedürfnis nach Ruhe, folgende Kombination gegeben werden: 

Notfalltropfen, Crab Apple, Mustard und Olive.

Ein Tier, das unter schlechten Bedingungen völlig abgestumpft ist, muss zuerst in eine andere Umgebung gebracht werden. Dort sollte man ihm Zeit und Ruhe gönnen und es mit folgender Kombination unterstützen:

Notfalltropfen, Pine, Gorse und Honeysuckle.

Bei vorzeitiger Alterung ist eine Kombination sinnvoll, die Frische, Kraft und Lebensfreude schenkt:

Water Violet für Freude an sozialen Kontakten.

Wild Rose gegen das Gefühl, sich aufgeben zu müssen.

Olive gegen Erschöpfung.

Gorse für die Lebensfreude.

Clematis für das Interesse am eigenen Leben.

Cerato zur Stärkung des Selbstvertrauens.

 

Trauer

Wer kennt nicht die Geschichten von Hunden, Katzen, Pferden, Papageien, die den Tod ihres Besitzers nicht lange überlebt haben, weil sie über den Verlust nicht hinwegkamen? Verständnisvolle Menschen und eine gute Portion an Beschäftigung können einem Tier das neue Zuhause so schön machen, dass es seine Trauer und sein Heimweh recht schnell vergisst. Unterstützen kann man ein Tier bei diesem Prozess mit:

Walnut, Star of Bethlehem, Honeysuckle, Scleranthus und Wild Rose.

 

Überempfindlichkeit

So, wie es Tiere gibt, die gegen äussere Einflüsse, was ihre körperliche Gesundheit betrifft, übertrieben empfindlich sind, denen es an Stabilität und Widerstandskraft mangelt, so gibt es auch Tiere, denen es an seelischer Robustheit mangelt. Sie reagieren übertrieben auf jedes harte Wort, auf jedes Geräusch, auf jede fremde Person, mit Angst, Gekränktsein, Aggressionen oder übersteigerter Freude.

Heather hilft den Tieren, die sich nur sicher fühlen, solange sie gehätschelt und gestreichelt werden.

Impatiens bringt übertriebene Reaktionen auf ein gesundes Mass zurück.

Walnut sorgt für eine allgemeine Stabilisierung.

Rock Rose kommt in Frage, wenn eine sehr hektische, an Panik grenzende Komponente zu beobachten ist.

 

Unbeholfenheit

Manche Tiere machen schon auf den ersten Blick einen merkwürdig unbeholfenen, ungeschmeidigen Eindruck. Entweder laufen sie dauernd Gefahr, sich zu verletzen, oder ihre Bewegungen und Reaktionen sehen sehr gehemmt und deutlich verlangsamt aus, oder ihr Gleichgewichtssinn scheint gestört zu sein, so dass sie von Zeit zu Zeit taumeln und schlingern oder, bei Vögeln, von ihrer Sitzstange fallen. Oft ist einfach Auskühlung die Ursache.

Die Wärmeansprüche der verschiedenen Tierarten sind recht unterschiedlich: Der Goldhamster kann schon bei einer Zimmertemperatur von 12 Grad und darunter in Kältestarre fallen; er macht dann einen ganz leblosen, steifen Eindruck. Ob es die Lebensdauer eines Hamsters verlängert oder verkürzt, wenn er regelmässige Phasen dieser Kältestarre durchmacht, ist immer noch umstritten, beide Ansichten haben ihre Vertreter.

Bei Papageien steht allerdings fest, dass ihnen stärkere oder länger andauernde Unterkühlung schadet. 15 Grad sollte die Raumtemperatur nicht wesentlich unterschreiten. Ist doch der Fall, wie beispielsweise bei der ganzjährigen Haltung in Aussenvolieren, müssen die Tiere unbedingt einen geheizten kleinen Schutzraum oder, falls das nicht möglich ist, einen kleinen, allseits geschlossenen und gut isolierten Nistkasten zur Verfügung haben, den sie mit ihrer eigenen Körperwärme aufheizen können.

Kaninchen und Meerschweinchen vertragen trockene Kälte recht gut, feuchte Kälte schadet ihnen, vor allem feuchter Untergrund. 

Weitere Ursachen der Unbeholfenheit können Hirnschäden sein, zum Beispiel von früheren Verletzungen oder Erschütterungen verursacht. Manchmal sind auch die Gleichgewichtsorgane im Innenohr beschädigt worden.

Ob organische Schäden vorliegen, sollte von einem Tierarzt / Tierheilpraktiker abgeklärt werden. Er wird auch Behandlungsvorschläge machen. Je grösser und schwerer ein Tier im Vergleich mit seinen gleichaltrigen Artgenossen ist, desto tollpatschiger und unbeholfener sind seine Bewegungen. In schlimmen Fällen kann man das etwas lindern durch:

Elm, Clematis und Wild Rose. Diese können mit der Zeit eine gewisse Geschmeidigkeit, bessere Konzentration und Koordination bewirken.

 

Unentschlossenheit

Sie kann sich entweder darin äussern, dass ein Tier nervös und hektisch ist, seine Wünsche von Minute zu Minute ändert, oder darin, dass es zu träge ist, um sich entscheiden können. Im ersten Fall helfen die Mittel, die unter "Nervosität" angegeben sind, allen voran Impatiens.

Ist das Tier eher träge und lustlos und kann sich deshalb nicht recht zu dieser oder jener Handlung durchringen, kommt als Basismittel Hornbeam in Betracht, das die Lebensgeister anregt.

 

Wehleidigkeit

Ein Tier, das schon beim geringsten Anlass schreit und ganz ausser sich ist, das in Panik gerät, wenn es gebadet werden soll, das schon Festgehaltenwerden nicht erträgt, also bei jedem Anlass jammert und wimmert, braucht:

Heather, Mimulus und Larch.

 

Zerstörungswut

Ein Tier, das entweder aus Freude am Nagen oder aus Wut heraus Möbel, Schuhe, Tapeten und andere Gegenstände zerstört, sollte als Basismittel Holly bekommen.

Es wird gut ergänzt durch Willow und Pine.

Steht eher ein übersteigerter Nagetrieb hinter dem Zerstören, hilft Impatiens und White Chestnut.

Es sollte aber bedacht werden, dass an dem alten Spruch: "Ein Haustier erzieht zur Ordnung" viel Wahres ist; man sollte also wertvolle und besonders gefährdete Gegenstände wegräumen, wenn man das Zimmer verlässt und vor allem interessantes und geeignetes Ersatzspielzeug zur Verfügung stellen.

 

Zwanghafte Verhaltensweisen

Jede angeborene, vom Instinkt gesteuerte Handlung kann sich zu zwanghaftem Verhalten entwickeln. Es gibt Hunde, die gelernt haben, bei jeder Frustration zur Wasserschüssel zu laufen und sich durch das Trinken von ungeheuren Wassermengen abzureagieren. Andere Hunde werden bellsüchtig, was für den Hund zwar nicht so schädlich ist wie die ständige Zufuhr völlig unangemessener Wassermengen, dafür aber jedes gute Verhältnis zu den Nachbarn zerstören kann. Im Bereich des Sexualverhaltens sind zwanghafte Verhaltensweisen den Besitzern oft besonders unangenehm. Fast jeder kennt die unglücklichen Zwingerhunde, die ihren Bewegungsdrang durch zwanghaftes Im-Kreis-Rennen oder Auf-und-Ab-Rennen abzureagieren versuchen.

Jede Tierart kann prinzipiell dazu neigen, durch zwanghaftes Durchführen bestimmter Verhaltensweisen Frustrationen abzureagieren. Auch die Selbstverstümmelung gehört dazu, und der in diesem Zusammenhang schon erwähnte Suchtcharakter auf alle zwanghaften Verhaltensweisen zu. Deshalb ist das rechtzeitige Erkennen eines solchen Verhaltens genauso wichtig wie die rechtzeitige Behandlung. Ausserdem muss der Tierhalter sich bemühen, die Ursachen, die zu diesem Verhalten geführt haben, zu beseitigen.

Impatiens gegen die übertriebene Reaktion.

Beech gegen die Intoleranz, die das Tier gegenüber den bestehenden Zuständen zeigt.

Chestnut Bud und White Chestnut gegen den Suchtcharakter.

Vine und Oak gegen den eisernen Willen, der fehlgeleitet ist.

Walnut und Wild Oat dienen der Offenheit für neue Reaktionsweisen.